Die Gottesanbeterin (Mantis religiosa)

Schon seit Jahrhunderten fasziniert das Aussehen der Gottesanbeterin die Menschen. Für einige Völker ist sie ein heiliges Tier und wird religiös verehrt. Ihr großer Kopf auf dem langen Hals, und ihre Fangbeine machen sie berühmt. Der Kopf ist in alle Richtungen drehbar und hat auffällig große Augen. Die mächtigen Beine der Gottesanbeterin, die sie zur Ergreifung der Beute benutzt, sind mit Dornen versehen und können messerartig eingeschlagen werden.  In Bruchteilen einer Sekunde wird das Opfer gepackt und zum Maul befördert. Eine Flucht der Beute ist durch die erwähnten Stachel kaum möglich. Je nach Art werden Insekten bis hin zu  kleinen Wirbeltieren und Vögeln gefangen. Die Opfer werden bei lebendigem Leibe gefressen, anders als bei vielen anderen Jägern die ihre Beute erst töten, ehe sie diese fressen.Trotz dieser unbarmherzigen Eigenschaft üben die  Fangschrecken eine nicht zu leugnende Faszination auf den Betrachter aus. Dieses führte im Mittelalter dazu, dass man der Gottesanbeterin seherische Fähigkeiten nachsagte, wovon auch der griechische Name „Mantis“ abgeleitet ist.

Bei der Paarung schleichen sich die Männchen vorsichtig von hinten an, weil sie sonst Gefahr laufen würden, gefressen zu werden. Nach dem Akt versucht das Männchen sich schnell aus dem Staub zu machen, doch 30% der Männchen schaffen es nicht. Der Tod des Männchen ist allerdings nicht völlig umsonst. Die Nährstoffe aus seinem Körper helfen dem Weibchen die Eier zu produzieren, die sie dann klumpenweise in regelmäßigen Reihen ablegt, und sie mit einer schleimigen, blättrigen, aushärtenden Absonderung bedeckt. Die Larven können in ihrem “Schaumpaket” sogar überwintern.

Die Gottesanbeterin hat 2 Flügelpaare, wobei die Hinterflügel größer als die Vorderflügel sind. Bei Nichtbenutztung werden sie flach über dem Körper zusammengeklappt wobei die Hinterflügel eingefalltet werden. Sie fliegt nur zur Flucht, ansonsten läuft sie.

Die Gottesanbeterin ähnelt sehr einem kleinen Ast oder einem Blatt. So kann man sie, wenn sie unbewegt im Gebüsch sitzt, nur schwer entdecken, da sie sich ihrer Umgebung anpasst.

 
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